Günstiges Aldi Pedelec: Cyco Alu-Elektro-Fahrrad von Aldi Süd im Faktentest

Aldi überrascht immer wieder mit günstigen Angeboten. In der Saison 2012 verkauft Aldi Süd ab dem 22. März das Alu-Elektrofahrrad von Cyco für 699 EUR. Soviel kosten gerade einmal günstige Umrüstsätze, um ein Rad in ein E-Bike zu verwandeln. Vernünftige Elektrofahrräder von Markenherstellern sind ab ungefähr 1.600 Euro. Wie viel Pedelec bekommt der Käufer also für so wenig Geld vom Discounter?Elektrofahrräder bestehen aus einem “normalen” Fahrrad und dem Elektroantrieb. Beides sollte miteinander harmonieren, denn ein Motor im Rad beansprucht den Rahmen besonders stark. Auch das Bremssystem sollte auf die stärkeren Kräfte abgestimmt sein. Andernfalls drohen zum Beispiel Rahmenbrüche, wie sie die Schadensdatenbank des ADFC erfasst. Bei dem Aldi-Fahrrad mit Elektromotor handelt es sich um ein sogenanntes Pedelec, das bis 25 km/h elektrisch unterstützt und dann abschaltet. Dabei muss der Fahrer immer mittreten. Diese Variante eines Elektrofahrrads ist zulassungsfrei und darf ohne Führerschein gefahren werden. Weder ein Versicherungskennzeichen noch ein Helm muss der Fahrer tragen. Die geringe Motorisierung beansprucht damit den Rahmen weniger stark als sogenannte S-Pedelecs, also schnelle Elektrovelos, die bis 45 km/h fahren können.

Elektroantrieb und Reichweite 

Wie bei allen Pedelecs besteht der Antrieb aus einem Motor, einer Ansteuerelektronik, einem Akku und einem Bedienelement am Lenker, um damit den Unterstützungsgrad einzustellen. Das Cyco Alu-Elektro-Fahrrad mit 28”-Reifen hat einen Motor im Vorderrad verbaut. Dies hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil besteht darin, dass im Hinterrad eine weitestgehend wartungsarme Nabenschaltung zum Einsatz kommen kann. Manche Ebiker berichten von einem “Durchdreh-Effekt” zum Beispiel am sandigen Berg. Dann greift das Vorderrad nicht richtig, da das Gewicht eher auf dem Hinterrad lastet. Für die Stadt und befestigte Wege dürfte dieser Nachteil allerdings nicht ins Gewicht fallen.

Der Motor hat 250 Watt und ist wartungsfrei. Cyco hat sich für einen Gepäckträgerakku entschieden, der auch die Ansteuerelektronik beinhaltet. So wirkt das Rad aufgeräumt. Der Akku lässt sich entnehmen und beispielsweise in der Wohnung aufladen. Viele Hersteller setzen auf eine entnehmbare Variante, da gerade Städter ihr E-Bike nicht mit in die Wohnung nehmen können. 36 Volt gibt die Batterie bei 10 Ah frei. Ah steht für Amperestunden und sagt etwas über die Reichweite des E-Bikes aus. Aldi Süd gibt sie mit rund 50 km an. Diese Entfernung dürfte nur mit der geringsten Unterstützungsstufe erreicht werden.

Rahmen, Lenker, Schaltung und Bremssystem

Beim Rahmen handelt es sich um ein Unisex-Modell mit tiefem Einstieg, der eine Höhe rund 46 cm aufweist. Für die meisten Fahrer sollte die Höhe passen, lässt sich bei Cyco doch auch der Alu-Lenkervorbau verstellen. BAldi spricht von einer Patent-Sattelstütze. Damit dürfte die Federung gemeint sein, die bei Fahrten über Kopfsteinpflaster oder ähnliche Untergründe, starke Stöße vermeiden hilft. Das tut auch die Alu-Federgabel von “Suntour”, die Dämpfung für das Vorderrad verspricht. Hinzu kommen ergonomisch geformte Lenkergriffe, die gerade bei längeren Fahrten die Gelenke schonen sollten. Im Hinterrad kommt eine 7-Gang-Nabenschaltung aus dem Hause “Shimano” zum Einsatz. Sie dürfte für die Stadt und Ausflüge ausreichend sein. Beim Bremssystem geht Cyco auf Nummer sich. Zwei V-Bremsen am Vorder- und Hinterrad werden durch einen Rücktritt ergänzt.

Sattel, Lichtanlage und Bedienung

Ein “Selle Royal” City-Sattel soll für Fahrkomfort sorgen. Die Gelfüllung dürfte auch längere Fahrten erträglich machen. Für Fahrten in der Dunkelheit oder Dämmerung sorgt der “Basta” LED-Scheinwerfer und ein Rücklicht mit Standfunktion für gute Sicht und Sicherheit.

Am Lenker sitzt das Steuerdisplay für die Elektrounterstützung. Vier Stufen lassen sich hier mittels eine Plus- und Minustaste einstellen, von wenig Extraschub bis zu voller Unterstützung.

Gewicht und Garantie

Ein Leichtgewicht ist das Cyco Alu-Elektro-Fahrrad nicht. Stolze 27,5 kg bringt es auf die Wage. Damit ist Treppensteigen kaum möglich. Bei Fahrten sollte daher immer auf eine gute Infrastruktur mit Fahrstühlen und co geachtet werden. Erfreulicher ist hier die Garantieregelung. 3 Jahre Gewährleistung gibt es auf das Rad mit Einschränkungen. Das Bauteil, das am schnellsten kaputt gehen kann, hat lediglich eine Garantie von 12 Monaten – der Akku. Anders sieht es beim Rahmen aus. 10 Jahre verspricht der Hersteller.

Bewertung des Faktentests

Für 699 Euro ist kein Superpedelec zu erwarten, wie es Markenhersteller bieten – das ist klar. Dennoch bietet das E-Bike von Aldi Süd alle wesentlichen Ausstattungsmerkmale für den Einstieg in die Elektromobilität. Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Wer sich für ein Elektrofahrrad vom Discounter entscheidet, sollte sich auf Mängel einstellen, die vielleicht schon im ersten Jahr auftreten. Hier ist vor allem der Akku gefährdet. Aldi benennt die Kosten für einen neuen Energieträger nicht. Erfahrungsgemäß kosten Ersatzakkus allerdings zwischen 250 und 400 Euro – je nach Hersteller. Auch die verbauten Bauteile könnten mit den Jahren stärker altern, als bei Marken-Pedelecs.

Jeder der wenig Geld für ein Pedelec ausgeben will, sollte sich das Cyco anschauen und bei Discounter Probe fahren. Sollte das Rad gefallen, spricht nichts gegen einen Kauf. Neubesitzer sollten sich allerdings auf eine kurze Lebensdauer einrichten. Wir freuen uns über erste Fahrberichte. Für alle Mängelmeldungen sei nochmals auf die Schadensdatenbank des ADFC verwiesen.

1 KOMMENTAR

  1. Ich habe nun 3 solche Aldi-Räder kennengelernt.

    Nach Angaben des chinesischen Akku-Herstellers halten diese 500 Ladungen – das sind auch nicht mehr als beim Agattu Pedelec von Kalkhof. Und das kostet das dreifache. Viel besser hinsichtlich der erreichbaren Ladezyklen sind Litium-Eisen – (LiFePo) Akkus, die aber nur von wenigen Herstellern angeboten werden.

    Worauf man bei ALLEN Akkus achten sollte: diese sollten am Besten Zimmertemperatur haben, wenn man sie gebrauchen will. Dann ist die Ladung besser aus dem Akku zu bekommen, und die akkuschädigenden Spannungszusammenbrüche werden vermieden.

    Das Aldi-Rad fährt zügig an, und der Motor läuft beim Unterbrechen des Tretens so etwa 2 sec nach. Wer den Motor sofort unterbrechen möchte, sollte einen der beiden Handbremshebel etwa 1 cm anziehen – dann wird der Motorantrieb sofort unterbrochen.

    Auch sollte immer darauf achten, dass der Akku nie klappert. Klappern erzeugt hohe Beschleunigungen, die den Akkuzellen nicht förderlich sind.

    Für flotte Spazierfahrer finde ich das Rad gut geeignet. In Mittelgebirgsgelände wünschte ich mir einen stärker untersetzten Motor, der dann mehr Drehmoment hätte und die Berge besser hoch käme – auch wenn dann 25 Kmh nicht mehr erreicht werden. Das betrifft aber alle Ebikes mit Direktantrieb (Motor im Vorderrad oder Hinterrad);
    Ebikes mit Mittelmotor sind da eindeutig im Vorteil, weil ihnen noch die Gangschaltung folgt.

  2. hallo , bin mit dem bike von aldi (ausser klappern accu) voll zufrieden , habe auch testfahrt mit super bike beim fachhändler (1800 euro) gemacht. und was ist solches nach 3 jahren wert ????? nix mehr.
    gruss b.brand

  3. Taugt leider gar nix!!!! der erste schaden am Steuerungssystem trat nach ca 200 km ein! Danach 4 Wochen zwangsweise Pause eingelegt da die Teile nicht da waren (glaube ich mal) , danach wieder 20 km mit Freude gefahren und schon wieder defekt…. warte nun seit 2 Wochen, aber der Herr Mechaniker ruft in der Regel 20 Minuten vor eintreffen an, und ich warte immer noch…

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