E-Bike-Umbausatz: dbRevO-Vorderrad von DK City Corporation als Roola in Deutschland ab Juni erhältlich (Video)

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Umrüstsätze für Fahrräder gibt es zahlreiche. Fast alle erheben den Anspruch, einfach einbaubar zu sein. Jetzt soll im Juni ein Ebike-Kit mit dem Namen Roola von der Firma Proeco auf den Markt kommen, das viel verspricht. Das Unternehmen behauptet durch den Austausch des Vorderrades ein normales Rad zum E-Bike zu machen, da dort zum Beispiel auch der Akku untergebracht ist.

Das hört sich vielversprechend an, sind doch gerade bei preiswerten Systemen aus China Hobbyschrauber schnell überfordert. Denn das bestehende Rad muss durch ein anderes mit Motor ersetzt werden, das Steuergerät gilt es zu montieren und allerhand mehr. Am schwierigsten dürfte der Pedal Assist Sensor (PAS) anzubringen sein, der bei den meisten preiswerteren Umbausätzen erkennt, dass der Fahrer tritt und dann der Controller dementsprechend entscheidet, wie viel Energie an den Motor zu liefern ist. Der PAS ist allerdings nur mit speziellem Werkzeug am Tretlager zu befestigen und  muss oft an den Rahmen geklebt werden.

“proEco Roola” baugleich mit “dbRevO”

Wir hatten auf der Eurobike 2011 bereits einen interessanten Ansatz gesehen: das dbRevO, ein Elektro-Vorderrad in verschiedenen Farben mit integriertem Akku und  einer kabellosen Verbindung zum Steuergerät. Zur Messe war das Rad aber noch ein Prototyp und wir konnten das System in keinem Rad eingebaut erleben. Offensichtlich stammt die Variante für Deutschland vom selben Hersteller, denn auch die technischen Daten sind identisch.

Funktionsweise

Der Einbau des Umrüstsatzes klingt machbar: Motor, Batterie und Controller sind im Vorderrad untergebracht, sodass lediglich ein Austausch des bestehenden Laufrads erfolgen muss. Dann die kabellose Konsole am Lenker befestigt und schon kann es losgehen. Soweit die Werbung. Wir konnten uns auf der Eurobike ein Gesamtbild verschaffen, das auch durch das Prospekt der Firma DK City Corporation bestätigt wird. Demnach werden Bremshebel mitgeliefert, die durch die alten ersetzt werden und dafür sorgen, dass der Motor beim Bremsen stoppt. Sie werden allerdings im Gegensatz zu üblichen Konzepten, direkt mit der Konsole verbunden und unterbrechen daher kabellos. Ein ähnliches Konzept, das allerdings komplett per Funk bremst, wurde bereits vorgestellt. Darüber hinaus gehört auch ein PAS zum Lieferumfang. Proeco beschreibt ihn als “Geschwindigkeitsmesser oder kabellosen Geschwindigkeitsmesser”. So steht es auch im Prospekt der Taiwanesischen Herstellers, das uns vorliegt. Demnach muss der Käufer im aufwendigsten Fall ein Kabel vom Sensor zur Konsole verlegen, im günstigsten Fall reicht es, den Sensor irgendwo am Tretlager zu befestigen. Die Fahrdaten werden dann per Funktechnik übertragen. Beide Versionen sagen aber noch nichts über die Einfachheit der Installation aus.

Leistung und Daten

Während der Hersteller 350 Watt Leistung angibt, findet sich auf der Vertriebsseite von Proeco die Angabe 250 Watt. Das dürfte auch der tatsächliche Wert zum Verkaufsstart sein, sodass das zum E-Bike umgewandelte Rad noch immer ohne Versicherungskennzeichen in Deutschland zu fahren ist.

Zwei Varianten wird es vom Roola geben. Eine für 20”-Räder, also für klassische Faltvelos und eine für 26”-Räder. Uns gegenüber wurde auf der Eurobike auch eine 28”-Variante in Aussicht gestellt. Das Modell mit 20”-Zoll bringt 6.4 kg auf die Waage. Dafür erhält der Fahrer ein Vorderrad in verschiedenen knalligen Farben mit 24 Volt-Motor und einer 6,6 Ah Lithium-Batterie, die optional mit 8,8 Ah geliefert wird. Beim 26”-Laufrad, das 8,6 kg wiegt, werkelt ein Motor mit gleichen Daten und der Akku hat eine Kapazität von 11 Ah und optional 8,8 Ah. Zum Lieferumfang gehört ein Ladegerät für den Akku mit 2 A und USB-Ladegerät mit 500 mA für die Konsole. Mit dabei ist außerdem die kabellose LCD-Konsole mit schneller Entriegelung, der besagte PAS sowie eine “stromlose Bremse” wie es bei Proeco heißt.

Fazit und Preis

Es ist gut, dass Hersteller versuchen, den Umbau von Fahrrädern in E-Bikes einfacher zu gestalten. Der Ansatz in ein Rad alles unterzubringen, was dafür notwendig ist, ist vielversprechend. So ist das Greenwheel entstanden. Auf Funk zu setzen, vermindert den Verkabelungsaufwand enorm. Daher hat sich auch Specialized für eine teilweise Funklösung beim Turbo entschieden und auch bei einem Nachrüstsatz von Falco kommt der kabellose Standard ANT+ zum Einsatz.

Roola könnte den Einbau tatsächlich vereinfachen. Dann erhält der Fahrer einen wahren Hingucker: ein farbiges Vorderrad, das die wichtigsten Komponenten enthält. Das ist zugleich der Nachteil. Die schweren Räder müssen dann entweder zum Laden zur nächsten Steckdose befördert oder das Laufrad ausgebaut werden. Je nach Verbrauch der Konsole muss auch sie regelmäßig an das Stromnetz. Bei konventionellen Umrüstsätzen kann der Akku zum Laden entnommen werden.  Zudem scheint uns die 24-Volt-Lösung der Konstruktion geschuldet zu sein. Aktuell sind 36 Volt-Systeme Standard, liefern sie doch eine bessere Gesamtperformance. Nur wenige Hersteller setzten auf die niedrige Spannung wie das Volks-E-Bike von Fischer und Bild.de.

Die 26”-Variante soll 899 Euro kosten.

Produktvideo des Herstellers

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